Abfindung bei einer Privatinsolvenz

Im Rahmen einer Privatinsolvenz ist der Schuldner in der Wohlverhaltensperiode über einen gewissen Zeitraum daran gebunden, sein gesamtes pfändbares Einkommen zur Tilgung der Schulden einzusetzen. Im Normalfall bleibt das Einkommen relativ konstant, beispielsweise beim Bezug des Gehaltes als Angestellter.

Erfolgt nun während der Privatinsolvenz eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses oder geht sogar der Arbeitgeber selbst in die Insolvenz, steht der Schuldner zunächst ohne sein bisheriges regelmäßiges Einkommen da.

Häufig bekommt der gekündigte Angestellte eine Abfindung von seinem Arbeitgeber. Im Normalfall ist die Abfindung ein willkommenes finanzielles Polster, um die Zeit der Suche nach einem neuen Job zu überbrücken.

Wenn der gekündigte Angestellte sich jedoch in der Privatinsolvenz befindet, so ist es durchaus möglich, dass die Abfindung gepfändet wird. Grundsätzlich fließt die Abfindung direkt in die Insolvenzmasse und wird an den Treuhänder anstatt an den Schuldner ausgezahlt. Auf Antrag ist es jedoch möglich, die gesamte Abfindungssumme auf einen längeren Zeitraum hochzurechnen. Dabei wird der Zeitraum zugrunde gelegt, der voraussichtlich für die Jobsuche benötigt wird, also bis wieder ein regelmäßiges Einkommen erzielt werden kann.

Die Höhe des Betrags, der dem Schuldner von der Abfindung verbleiben darf, wird von einem Richter festgesetzt. In der Praxis werden zunächst die noch verbleibenden Einkünfte der Familie herangezogen und angerechnet. Die der Familie pro Monat zustehende Summe liegt zwischen dem Existenzminimum, das der Familie des Schuldners zugestanden wird, und dem Pfändungsfreibetrag. Wird diese aus sonstigen Einkommensquellen nicht erzielt, so kann der entsprechende Differenzbetrag, multipliziert mit der Anzahl der Monate, in denen voraussichtlich kein festes Arbeitseinkommen vorhanden sein wird, aus der Abfindung pfändungsfrei bleiben.