Was ist eine Kontopfändung?

Eine Kontopfändung kann einem Schuldner auch schon bei kleineren geschuldeten Beträgen drohen. Es handelt sich dabei um die Beschlagnahmung eines Kontos im Rahmen einer Zwangsvollstreckungsmaßnahme. Das Finanzamt kann eine Kontopfändung recht schnell einleiten. Andere Gläubiger hingegen einen vollstreckbaren Titel gegen den Schuldner. Die Folgen für den Schuldner machen sich unmittelbar nach der Kontopfändung bemerkbar. Er kann kein Geld mehr abheben, Daueraufträge, Lastschriften und überweisungen werden nicht mehr ausgeführt. Das Konto ist komplett eingefroren.

Um trotz Kontopfändung wieder an das zum Leben notwendige Geld zu kommen, kann und muss der Schuldner innerhalb bestimmter Fristen nach erfolgter Kontopfändung Maßnahmen ergreifen. Ein normaler Arbeitnehmer kann innerhalb von zwei Wochen beim zuständigen Amtsgericht Pfändungsschutz beantragen. In diesem Zeitraum kann zwar er selbst nicht auf sein Konto zugreifen, es ist aber auch für den Zugriff durch den Gläubiger gesperrt. Voraussetzung für diesen Antrag ist der Nachweis durch den Schuldner, dass ihm für seinen Lebensunterhalt keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Mitzubringen sind Pfändungsbenachrichtigung, Kontoauszüge der letzten Monate, Einkommensbescheide und der Mietvertrag.

Nach Ablauf der zwei Wochen erfolgt die überweisung des Guthabens an den Gläubiger. Das Geld ist dann für den Schuldner weg. Sozialleistungen sind bis zu sieben Tage nach Geldeingang grundsätzlich pfändungssicher. Neben Arbeitslosengeld zählen hierzu auch Wohngeld und Kindergeld. Ab Juli 2010 steht mit dem sogenannten P-Konto eine Art von Girokonto zur Verfügung, die es dem Schuldner ermöglicht, trotz Kontopfändung über den monatlichen pfändungsfreien Betrag zu verfügen. Ein P-Konto muss beim Geldinstitut speziell beantragt werden, und pro Person ist nur ein P-Konto zulässig.