Wie funktioniert ein Privatinsolvenz Antrag?

Der Antrag auf Privatinsolvenz darf nicht zu spät gestellt werden. Spätestens dann, wenn alle außergerichtlichen Einigungsversuche mit den Gläubigern gescheitert sind, sollte der Schuldner hier tätig werden, um etwa Pfändungsversuche abwehren zu können oder früher wieder aus der überschuldung heraus zu kommen. Außerdem gilt eine zeitliche Grenze von sechs Monaten nach dem Scheitern eines außergerichtlichen Einigungsversuches. Voraussetzung für einen Antrag auf Privatinsolvenz ist eine tatsächliche überschuldung ohne Aussicht, die Schulden ohne ein Insolvenzverfahren begleichen zu können.

Der Schuldner stellt seinen Privatinsolvenz-Antrag beim für ihn zuständigen Amtsgericht. Diesem sind bei Antragstellung bestimmte Unterlagen vorzulegen, die zur Abwicklung des Verfahrens notwendig sind. Bei der Stellung des Antrags auf Privatinsolvenz ist es empfehlenswert, die Hilfe eines Steuerberaters, einer Schuldnerberatungsstelle oder eines Anwaltes in Anspruch zu nehmen, denn nur wenige Schuldner kennen sich mit den formalen Anforderungen an den Antrag gut genug aus.

Der Schuldner muss schriftlich nachweisen, dass er innerhalb des letzten halben Jahres einen außergerichtlichen Einigungsversuch unternommen hat, der nicht erfolgreich gewesen ist.

Außerdem muss der Schuldner mitteilen, ob er Restschuldbefreiung wünscht oder nicht, und gegebenenfalls einen entsprechenden Antrag beifügen, im Fall der angestrebten Restschuldbefreiung zusätzlich eine Erklärung, dass der pfändbare Teil seines Arbeitseinkommens über einen Zeitraum von 6 Jahren an einen Treuhänder abgetreten wird.

Dazu kommt ein Vermögensverzeichnis, das sowohl vorhandenes Vermögen als auch regelmäßiges Einkommen berücksichtigt. Alle Gläubiger sind aufzulisten mitsamt der Forderungen, die sie jeweils dem Schuldner gegenüber haben. Dass die hierbei gemachten Angaben richtig und vollständig sind, muss vom Schuldner schriftlich bestätigt werden.

Der Schuldenbereinigungsplan zeigt die Perspektiven zur Befriedigung der Forderungen der Gläubiger auf.