Was ist ein Privatkonkurs?

Der Privatkonkurs, meist als Privatinsolvenz oder auch Verbraucherinsolvenz bezeichnet, ist für viele Schuldner die letzte und einzige Möglichkeit, ihre Schulden jemals wieder loswerden zu können. Der pfändbare Teil der Einkommens wird von einem Treuhänder auf die Gläubiger aufgeteilt.

Gerade in Fällen von Arbeitslosigkeit oder geringem Einkommen besteht meist keine andere Möglichkeit, den Gläubigern die komplette Schuldsumme jemals zurückzahlen zu können.

Der Privatkonkurs ist aber auch an eine Reihe von Bedingungen gebunden und erfordert viel Disziplin der Schuldners. Daher sollte der Privatkonkurs am besten von fachkundiger Beratung begleitet werden. Helfen können hier die Verbraucherzentrale oder ein fachlich versierter Anwalt.

Der Privatkonkurs kommt nicht in jedem Fall in Frage. Erste Voraussetzung ist, dass der Schuldner eine Privatperson ist und keiner selbständigen Tätigkeit nachgeht oder nachgegangen ist, im zweiten Fall darf er zumindest nicht mehr als 19 Gläubiger haben. Werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann nur eine Regelinsolvenz in Anspruch genommen werden.

Der richtige Zeitpunkt für einen Antrag ist gegeben, wenn die Zahlungsunfähigkeit bereits vorliegt oder ihr unmittelbares Bevorstehen absehbar ist – je früher, desto besser.

Innerhalb eines vorher festgelegten Zeitraumes von sechs bis acht Jahren – der Wohlverhaltensperiode – muss der Schuldner seine Schulden in einem festgelegten Rahmen möglichst gut zu begleichen versuchen und dabei aktiv kooperieren. Anschließend kann dann eine Restschuldbefreiung erfolgen, die den Schuldner von seinen dann noch nicht beglichenen Schulden befreit.

Nicht alle Arten von Schulden werden von der Restschuldbefreiung berührt. Geldstrafen sind ebenso aus genommen wie Schulden, die sich aus dem vorsätzlichen Begehen einer unerlaubten Handlung ergeben haben.